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Angelreise nach Nautnes / Norwegen


Autor: Rudi Barthel
Datum: 05. Mai 2000

Am 14. März war es endlich soweit. Nicht ausgeschlafen - aber erwartungsvoll und gut gelaunt ging es früh am Morgen mit dem Bus - 23 Angler und viel Gepäck an Bord - in Richtung Hanstholm. Organisiert wurde diese Reise von "Fisherman`s Friend", einem Berliner Angelgeschäft.
Gut angekommen, fuhr bzw. schaukelte uns die Fähre der "Fjord - Line" bei starkem Wind und entsprechendem Wellengang innerhalb von 19 Stunden nach Bergen. Noch etwa 1,5 Stunden mit dem Bus und wir waren am Ziel in Nautnes.
Empfangen wurden wir bei Sonnenschein von Otto Nautnes. , unserem Vermieter, mit herrlichen Rächerlachsfilets. Unsere Unterkünfte waren norwegentypisch und gut. Ebenso erfolgte auch die Einweisung in die Angelmöglichkeiten und die Übergabe der Boote.
Nun durften wir 4 - Fritz, Günther, Horst und ich - mehr oder weniger norwegenerfahren, für die nächsten 8 Tage in einem Boot angeln, aber natürlich mit entsprechender Arbeitsaufteilung auch den Haushalt führen und die Fischverarbeitung erledigen.
Der kleine Ort Nautnes mit seiner Anglersiedlung liegt sehr günstig in einer kleinen Bucht am offenen Meer. Da aber besonders zu dieser Jahreszeit dort sehr häufig der Wind kräftig bläst und Schnee und Nebel für schlechte Sicht sorgen, kann man seinen Angelfreuden im nahegelegenen und durch einen kleinen Verbindungsfjord erreichbaren Hauptfjord nachgehen. Die Fischkiste ist voll. Der Hauptfjord liegt sehr geschützt und kann bei nahezu jedem Wetter beangelt werden. Auf Grund der vielfältigen Angelmöglichkeiten mussten wir am ersten Tag noch nach den Fischstandplätzen suchen, die Fänge waren dementsprechend dürftig - ein paar kleinere Dorsche, einige Plattfische und Köhler waren die Ausbeute. Außerdem war es in den Tagen vor unserer Anreise immer sehr stürmisch, das hatte sicherlich auch Einfluß auf das Freßverhalten der Fische.
Am zweiten Tag - es war mein Tag - versuchten wir an einer Stelle, an der wir am Vortag schon eine Flunder und ein paar kleine Dorsche fingen, erneut unser Glück. Fritz, Günther und Horst wollten mit kleinen Fischfetzen Plattfische fangen. Ich hatte eigentlich vor, mit leichter Rute, Heringspaternoster und kleinem Pilker ( 75 gr. ) einige Köderfische zu fangen. Aber wie es manchmal im Leben so ist, es kommt erstens anders und zweitens ..., na Sie wissen schon. Dem ersten Auswurf, Wurfweite etwa 70 - 80 m und Wassertiefe von 25 - 30 m, folgte das klassische Pilken - Köder auf den Grund absinken lassen, Schnur mit einigen Kurbelumdrehen straffen, Kontakt zum Köder aufnehmen und ... Hänger. Na das fängt ja gut an, Mein größter Dorsch. dachte ich und zog etwas stärker und siehe da, der Hänger löste sich. Ich hatte aber das Gefühl, am anderen Ende hängt eine größere Krautbank oder sonst irgendein totes Wesen am Haken. Nach ca. 20 - 30 m schwerem Zerrens, wahrscheinlich hing ja ein Felsen dran, meine kleinne Daiwa - Rolle knarrte auch schon verdächtig, kam Leben in das vermeintlich tote Wesen. Das übrige war dann in 10 - 15 Minuten Drill geschafft, immer schön langsam ziehen, Schnur geben, pumpen und warten was da kommt. Es schießen einem ja so diverse Gedanken durch den Kopf, Heilbutt, Steinbeißer und die Hoffnung, bitte bleib am Haken Fisch. Er tat uns den Gefallen, er ließ sich vorbildlich drillen und später durch Günther gaffen. Wer ? Na der Dorsch von 1,06 m Läge und 23 Pfund. Wir freuten uns riesig, war es doch mein bisher größter Fisch in meinem schon fortgeschrittenen Anglerleben. Länge und Gewicht wurden in den folgenden 6 Tagen nicht mehr überboten.
An den kommen Tagen nahm die Anzahl und auch die Artenvielfalt der gefangenen Fische zu. Aber nicht nur das, auch die Filetierarbeit stieg sprunghaft an, als wir endlich die Wohnstube der Köhler erspähten. Innerhalb weniger Stunden waren unsere Fischkisten gefüllt.
Alles küchenfertig eingefroren, konnten wir 4 unsere Kühlboxen prall mit Filets gefüllt in den Bus verstauen und die Heimfahrt antreten. Kaum zu Hause angekommen, freuen wir uns schon auf das nächste Jahr in Norwegen.

Und zum Schluß nun die nackten Zahlen:

    		
  • Reisezeit: 14. - 25. März 2000
  • Ort: Nautnes, Nähe Bergen
  • Temperatur: um die 0 Grad
  • Gesamtfang: ca. 620 Fische
  • Filets: ca. 180 Liter
  • Fischarten: Dorsch, Pollack, Köhler, Leng, Lumb, Flunder, Scholle
Manchmal hat`s eben auch ein wenig geschneit.

© 2000 by Karsten Räth ( www.angelheini.de )
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